Brücken

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Der Ort Brücken liegt im Westteil des Landkreises Sangerhausen an der K 2298 zwischen Wallhausen und Hackpfüffel. Er wurde im Jahr 786 urkundlich als Trizzebruccun = Ort am Bruche ersterwähnt.

In einer Urkunde findet sich 1252 ein Hinweis auf eine Pfarrkirche. Zwischen 1227 und 1498 gehörte Brücken verschiedenen Besitzern, so den Fürsten von Anhalt, den Grafen von Schwarzenberg und anderen. 1498 kaufte Hans von Werthern den Ort und erwirkte 1518 das Markt- und Stadtrecht durch ein Diplom von Kaiser Maximilian als „Dorf Prüggen im Fürstenthumb Düryngen“. Das erste Schulhaus wurde 1555 gebaut, jedoch 1591 bei einem Großbrand vernichtet. Auch 65 Wohnhäuser, 50 Scheunen, die Kirche, das Rathaus und fünf adlige Rittergüter verbrannten. Von 1597 bis 1633 starben in Brücken 578 Einwohner an der „Rothen Rur“, fressendem Krebs und der Pest. Nach dem 30-jährigen Krieg von 1618 bis 1648 war der Ort vollständig verwüstet. Im Jahr 1689 standen in Brücken nur 39 Häuser und 59 wüste Baustätten. 1815 kommt Brücken zu Preußen. Im Jahr 1823 gab es hier wieder einen Großbrand, bei dem das Rathaus und einige Nebengebäude vernichtet wurden und 1836 brannten die Wirtschaftsgebäude vom Schloßgut. Der Ort bekam 1835 eine Feuerwehr. Die kleine Gemeinde wuchs 1840 auf 135 Häuser und hatte bereits 640 Einwohner und im Jahr 1860 wurde ein neues Schulgebäude für 2000 Taler gebaut. Die Einwohnerzahl hatte 1867 die 937 erreicht. 1871 folgte der Neubau des Rathauses und 1880 wurde eine Pflichtfeuerwehr gegründet.

Brücken wurde 1915 von einem Hochwasser erfaßt und die Helme glich einem See. Im Jahr 1930 richtete der Ort das 17. Verbandstreffen des Kreisfeuerwehrverbandes aus, denn die Feuerwehr bestand 50 Jahre. Sie erhielt ein Diplom des Feuerwehrverbandes der Provinz Sachsen, welches sich heute noch im Gerätehaus befindet. Der erste Sportplatz entstand im Jahre 1933.

Seit Juni 1949 gab es im Ort einen Kindergarten, der 50 – 60 Kinder beherbergte und 1962 kam der erste Schulhort hinzu. Brücken verfügte 1976 über sehr viele aktive Vereine, z.B. eine Sportgemeinschaft mit 230 Mitgliedern in vier Sektionen, Freiwillige Feuerwehr mit 85 Mitgliedern usw.

Die Sportgemeinschaft „Traktor“ wird sogar 1977 als vorbildliche Sportgemeinschaft des Deutschen Turn- und Sportbundes ausgezeichnet. 1985 wird die Teiloberschule wegen sinkender Schülerzahlen aufgelöst und das Gebäude als Kinderkrippe umgebaut.

Ab März 1993 gehörte Brücken zur Verwaltungsgemeinschaft „Helme“. Heute beherbergt der Ort einige kleine Handwerksbetriebe und verschiedene aktive Vereine. In die Orts- und Feldflur eingeschlossen sind im Norden das Niederungsgebiet der Helme mit seinen sehr fruchtbaren Schwemmlandböden und ein nach Südwesten leicht ansteigender Höhenzug, die Heide. Im Tal und an den Hängen finden wir im Sommer wogende Getreidefelder und Hackfruchtkulturen. Die Höhen werden noch im geringen Umfang von Wäldern bedeckt. Seit 01.01.2004 gehört Brücken zur Verwaltungsgemeinschaft „Goldene Aue“ Kelbra.