Hackpfüffel

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Die Gemeinde Hackpfüffel liegt westlich der Kreisstadt Sangerhausen im Einzugsgebiet des Helmetales, einer Gegend, die vor der Urbarmachung 1180 aus vielen verzweigten „Armen“ der Helme bestand und zur Sumpfbildung neigte. Die urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 899 und lautete: Bablide = Ort auf Sumpf, Siedlung am Feld auf Sumpfboden, Ort auf bebendem Sumpfboden. Äcker und Felder prägten das Umland des Riedes. Hackpfüffel war Anfang des 13. Jahrhunderts Reichsgut und im Besitz des Reichritters Thomas von Wallhausen.

Im sächsischen Bruderkrieg 1450 wurde der Ort zum Teil zerstört. Um 1680 wird das Gemeindesiegel mit dem Inhalt „zwei Linden“ eingeführt. Am 19.02.1777 erblickt als bekanntester Einwohner des Ortes der spätere Königliche Sächsische Advokat Friedrich August Christian Schmidt das Licht der Welt.

In Verwirklichung seines Testamentes wurde in Kelbra eine Kinderbewahranstalt am 17.10.1854 eröffnet. Preußen übernimmt 1815 die Herrschaft über Hackpfüffel. Der Ort hatte zu dieser Zeit 298 Einwohner. 1827 baute man hier das erste Schulhaus. Im Jahr 1893 wurde ein Feuerwehrlöschzug als Pflichtfeuerwehr mit einer Stärke von 19 Mann gegründet, heute als Freiwillige Feuerwehr in der Gemeinde tätig. Hackpfüffel hatte zwischen 1916 und 1966 Bahnanschluss an die Kyffhäuser-Kleinbahn Berga/Kerbra – Artern. Die ehemalige Kleinbahnstrecke wurde in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen 1995 als Radweg ausgebaut. Das Schloß im Ort, erbaut vom Grafen Artur von Kalckreuth, beinhaltet heute 10 Wohnungen. Der angrenzende Park mit einer Größe von zwei Hektar wird als Kulturzentrum genutzt.

Zwischen Hackpfüffel und Riethnordhausen befindet sich das Naturschutzgebiet „Hackpfüffeler See“ mit einem Schilfgürtel, die Gesamtgröße betrag ca. 58 ha. Es entstand aus einem Erdfall.

Das kulturelle Leben wird heute durch die Aktivitäten des Sportvereins, des Karnevalclubs und der Freiwilligen Feuerwehr geprägt. Zu erreichen ist der Ort über die L 220 und K 2298.